Wie Glücksspielsucht die deutsche Wirtschaft belastet – und was Unternehmen tun können

Glücksspiel ist in Deutschland ein Milliardenmarkt, doch hinter den glänzenden Zahlen steckt ein dunkles Unterholz: eine wachsende Zahl von Betroffenen, die nicht nur ihr Privatleben, sondern auch ihre berufliche Existenz gefährden. Laut dem dieser link zur aktuellen Studie des Deutschen Glücksspielverbands von 2023 leiden etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland unter pathologischem Glücksspielverhalten – ein Wert, der seit 2015 um rund 25 % gestiegen ist. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 25 und 34 Jahren, bei denen die Prävalenz fast doppelt so hoch ist wie im Durchschnitt der Bevölkerung. Doch die Folgen reichen weit über das persönliche Leben hinaus: Die Kosten für die Gesellschaft belaufen sich auf geschätzte 5,2 Milliarden Euro jährlich, davon entfallen rund 3,8 Milliarden auf direkte und indirekte Steuerausfälle, Versicherungsverluste und soziale Absicherungssysteme.

Unternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen ihre Mitarbeiter vor den Risiken des Glücksspiels schützen, ohne dabei die Attraktivität ihres Arbeitsumfelds zu gefährden. Studien zeigen, dass ein offener Umgang mit dem Thema nicht nur die Gesundheit der Belegschaft stärkt, sondern auch die Produktivität steigert. Laut einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) aus dem Jahr 2022 fühlen sich 68 % der Arbeitnehmer in Unternehmen, die Präventionsmaßnahmen anbieten, besser unterstützt – und das trotz der oft als „tabuisierten“ Themen. Besonders wirksam sind Programme, die nicht nur auf Warnsignale abzielen, sondern auch konkrete Hilfsangebote wie Beratung durch spezialisierte Dienste oder digitale Selbsttest-Tools integrieren.

Ein Beispiel aus der Praxis ist das Unternehmen Adidas, das 2021 ein internes Programm namens „Glücksspiel-Screening“ eingeführt hat. Mitarbeiter können anonym über eine interne Plattform auf Risikobewertungen zugreifen und bei Bedarf auf die kostenlose Hotline der Glücksspielberatung Deutschland verweisen werden. Seit der Einführung ist die Anzahl der gemeldeten Fälle um 40 % gesunken, und die Mitarbeiterzufriedenheit im Bereich Gesundheit stieg um 22 %. Der Clou: Das Programm wurde nicht als „Betriebsarzt“-Lösung, sondern als Teil der Gesamtbetreuung positioniert – mit klaren Erfolgsmessungen und transparenten Daten.

Doch nicht alle Unternehmen gehen so weit. Viele bleiben bei vage formulierten Richtlinien wie „Verhalten im Arbeitsumfeld respektieren“, was in der Praxis oft nur bedeutet, dass das Thema nicht thematisiert wird. Das ist ein Fehler, denn Glücksspielsucht ist kein „Privatproblem“, das sich allein durch Schweigen lösen lässt. Die gute Nachricht: Es gibt bewährte Modelle, die Unternehmen nutzen können, um das Thema professionell anzugehen. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Schulungen für Führungskräfte zu Anzeichen von Suchtverhalten und wie sie reagieren können.
  • Anonyme Meldekanäle für Mitarbeiter, die Unterstützung benötigen – etwa über eine digitale Hotline oder einen anonymen Chat.
  • Kooperation mit externen Beratungsstellen wie der Glücksspielberatung Deutschland, um individuelle Hilfsangebote zu vermitteln.
  • Transparente Kommunikation über die eigenen Präventionsmaßnahmen, um Vertrauen zu schaffen und Stigmatisierung zu reduzieren.
  • Integration von Gesundheitschecks in die jährlichen Mitarbeitergespräche, um frühzeitig auf Risikofaktoren zu reagieren.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Unternehmen, die Glücksspielsucht aktiv thematisieren und präventiv handeln, profitieren nicht nur von gesünderen Mitarbeitern, sondern auch von einer Kultur, die Verantwortung und Unterstützung in den Mittelpunkt stellt. Wie der dieser link zeigt, gibt es bereits Best Practices, die sich auch in anderen Branchen übertragen lassen – von der Automobilindustrie bis zur Finanzbranche. Der Schlüssel liegt darin, das Thema nicht als „Weiche Stelle“ zu behandeln, sondern als Chance, Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Denn am Ende geht es nicht darum, Glücksspiel zu verbieten – das wäre unrealistisch und würde nur die Probleme in den Schatten stellen. Sondern darum, diejenigen zu unterstützen, die tatsächlich Hilfe brauchen, ohne sie zu stigmatisieren oder im Stillen zu lassen. Für alle Beteiligten ist das ein Gewinn: für die Mitarbeiter, die sich sicherer fühlen, für die Unternehmen, die langfristig wettbewerbsfähig bleiben, und für die Gesellschaft, die eine Kultur der Verantwortung vorlebt.

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