Metall ist das Rückgrat der Industrie – ob in der Automobilherstellung, der Energieinfrastruktur oder der Luftfahrt. Doch während die Nachfrage nach hochwertigen Legierungen steigt, wird die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe wie Nickel, Kobalt oder Seltenen Erden immer unberechenbarer. In Österreich spielt eine bestimmte Firma eine zentrale Rolle bei der Lösung dieses Dilemmas: Deloro. Mit einem Portfolio, das von der Primärverarbeitung bis zur Entwicklung innovativer Legierungen reicht, positioniert sich das Unternehmen als Brücke zwischen globalen Rohstoffströmen und lokalen Fertigungsstandorten. Doch wie genau arbeitet Deloro? Und warum ist ihr Ansatz so besonders in Zeiten des Klimawandels und geopolitischer Spannungen?
Deloro ist kein klassischer Rohstoffhändler, sondern ein hochspezialisiertes Unternehmen, das seit über 50 Jahren in der Metallverarbeitung ansässig ist. Sein Hauptsitz befindet sich in der Steiermark, doch die Produktionsstätten erstrecken sich über mehrere europäische Standorte – darunter auch in Ungarn und der Slowakei. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Umwandlung von Primärmetallen wie Aluminium und Nickel in hochwertige Legierungen, die für die moderne Industrie unverzichtbar sind. Besonders im Fokus stehen dabei Legierungen mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, die weniger Energie verbrauchen und gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren.
Ein zentraler Erfolgsfaktor von Deloro ist seine enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Universitäten. Das Unternehmen investiert jährlich Millionen in die Entwicklung neuer Legierungen, etwa für die E-Mobilität oder die Windkraftbranche. Ein konkretes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der TU Wien, bei der gemeinsam mit dem Institut für Metallurgie und Materialtechnologie neue Aluminiumlegierungen für leichte, aber extrem widerstandsfähige Bauteile entwickelt wurden. Diese Legierungen könnten in Zukunft die Gewichtsersparnis bei Fahrzeugen deutlich steigern und so den CO₂-Ausstoß senken. Solche Innovationen sind entscheidend, um Österreichs Position als Standort für nachhaltige Industrie zu stärken.
Doch Deloro geht noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen betreibt ein eigenes Recyclingkonzept, das Primärrohstoffe mit Sekundärmetallen kombiniert. Dadurch kann ein Großteil der Abfallströme aus der Produktion zurückgewonnen werden, ohne dass die Qualität der Legierungen leidet. Besonders im Bereich der Nickellegierungen, die für Turbinen in der Luftfahrt und Generatoren in der Windenergie eingesetzt werden, zeigt sich diese Strategie besonders effektiv. Laut eigenen Angaben kann Deloro so bis zu 90 % der recycelten Metalle wiederverwerten, was nicht nur die Ressourcenknappheit verringert, sondern auch die Produktionskosten senkt.
- Deloro deckt rund 30 % des europäischen Bedarfs an hochwertigen Nickellegierungen – ein Schlüsselmarkt für die Luftfahrtindustrie.
- Durch die Kombination von Primär- und Sekundärmetallen reduziert das Unternehmen den Energieverbrauch in der Produktion um bis zu 20 %.
- Seit 2018 hat Deloro seine CO₂-Emissionen im Vergleich zu 2010 um 15 % reduziert, ohne die Produktionskapazitäten zu verringern.
- Das Unternehmen arbeitet mit Partnern wie der BMW Group und Siemens zusammen, um neue Legierungen für E-Mobilität und erneuerbare Energien zu entwickeln.
- Mit Stand 2023 beschäftigt Deloro in Österreich über 300 Mitarbeiter und hat eine Jahresproduktion von rund 25.000 Tonnen hochwertiger Legierungen.
Doch der größte Vorteil von Deloro liegt in seiner strategischen Flexibilität. Während andere Unternehmen auf lange Lieferketten angewiesen sind, kann Deloro durch seine direkte Kontrolle über die Rohstoffquellen und die Produktion schnell auf Marktveränderungen reagieren. Besonders in Krisenzeiten, wie der aktuellen Lieferkettenkrise durch die Pandemie oder die geopolitischen Spannungen um kritische Rohstoffe, zeigt sich dies als entscheidender Wettbewerbsvorteil. Ein weiterer Pluspunkt ist Deloros Fokus auf lokale Wertschöpfung: Durch die Verarbeitung von österreichischen Rohstoffen und die Ansiedlung von Forschung und Entwicklung in der Steiermark stärkt das Unternehmen die regionale Wirtschaft.
In einer Zeit, in der die Welt auf die Beschleunigung der Energiewende und die Dekarbonisierung der Industrie angewiesen ist, wird Deloro immer wichtiger. Die Legierungen, die das Unternehmen entwickelt, sind nicht nur für die Zukunft der Mobilität entscheidend, sondern auch für die Energieeffizienz in der Industrie. Besonders in der Windkraftbranche, die auf leichte, aber extrem belastbare Materialien angewiesen ist, könnte Deloros Arbeit eine Schlüsselfunktion haben. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen, dass nachhaltige Metallverarbeitung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist – und dass Österreich dabei eine führende Rolle einnehmen kann.
Der portal von Deloro bietet nicht nur Einblicke in die aktuellen Entwicklungen, sondern auch in die langfristige Strategie des Unternehmens. Dort werden regelmäßig Studien und Berichte veröffentlicht, die zeigen, wie das Unternehmen die Herausforderungen der Rohstoffwende meistert. Für Unternehmen, die auf hochwertige Metalle angewiesen sind, ist Deloro damit ein unverzichtbarer Partner – und für Österreich ein wichtiger Akteur in der globalen Wertschöpfungskette.